12. Eintrag - Panikattacke?

Hallo ihr Lieben!


Der Eintrag wird sich um ein sehr spezielles aber auch individuelles Thema, nämlich Panikattacken, drehen.

Ich glaube viele kennen das, einem bleibt die Luft weg, man ist nervös, viele werden es als eine natürliche Reaktion des Körpers in Stress bzw. Angstsituationen einordnen. Das stimmt auch, der Klassiker ist natürlich eine schwere Schularbeit/Prüfung, ein wichtiges Vorstellungsgespräch oder gar die erste Verabredung mit der oder dem Angebeteten. Dann gibt es aber eben auch diese Angstattacken die sich von solchen Normalen unterscheiden. Diese treten dann nicht mehr nur in Angstsituationen auf, sondern eben auch in Situationen, in denen man am wenigsten damit rechnet und vor allem sie auch am wenigsten braucht. Gelinde gesagt ist es dann einfach eine SCHEISS SITUATION!


Wer meinen 6. Eintrag gelesen hat weiß, dass auch ich von Panikattacken begleitet werde und das auch schon sehr lange. Ich bin also quasi Profi im Durchstehen von solchen Situationen. Man fühlt sich von seinem Körper immer wieder regelmäßig verarscht. In guten Zeiten, denkt man: „Ja, momentan geht es mir gut!“, die Psyche lehrt einen schnell etwas anderes.

Mittlerweile kann ich sehr gut erkennen, wann eine Panikattacke angeschlichen kommt. Das hat aber viel Gefühl und vor allem auch die persönliche Erfahrung mit sich gebracht. Ich habe durch viel Therapie gelernt in meinen Körper genau hineinzuhören und so eben mein Frühwarnsystem geschult. Auch viel Frauen die unter PMS leiden müssen (ja darunter leide ich auch), kennen zum Teil psychische Symptomatiken. Durch die Periode wird der Hormonhaushalt schwer aus dem Gleichgewicht gebracht und macht uns in der Phase zu einer tickenden Zeitbombe.

„Was hast du dann, wenn du eine Panikattacke hast?“

Wenn ich mit einer Person über dieses Thema spreche, ist das eine Standardfrage, die fast immer allen auf den Lippen brennt. Ich verstehe das auch, denn wenn ich das noch nie erlebt habe, wie soll ich das nachempfinden.

Dennoch muss man einfach im Hinterkopf behalten, dass jeder Mensch seine Panikattacken anders spürt. Es gibt allerdings einige charakteristische Merkmale, woran man eine solche Attacke erkennen kann.


Typische Symptome für eine solche Panikattacke sind:

☛ Atemnot

☛ Benommenheit

☛ Gefühl der Unsicherheit, Gefühl in Ohnmacht zu fallen, weiche Knie, Schwindel

☛ Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag

☛ Zittern oder Beben

☛ Schwitzen

☛ Erstickungsgefühle, Engegefühl im Hals

☛ Übelkeit, Bauchbeschwerden

☛ Entfremdungsgefühle (Gefühle der Unwirklichkeit, Gefühle, nicht da zu sein)

☛ Hitzewallungen oder Kälteschauer

☛ Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust

☛ Furcht, zu sterben

☛ Angst, die Kontrolle zu verlieren

☛ Angst, wahnsinnig zu werden

☛ Taubheits- oder Kribbelgefühle

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz


Diese Symptome können, müssen aber nicht alle auftreten! Sie sind bei jedem unterschiedlich vorkommend und stark ausgeprägt und sind auch nicht bei jeder Panikattacke gleich.

Bei meinen Panikattacken hatte ich zum Beispiel noch nie Angst zu sterben, dafür aber ausgeprägt das Gefühl die Kontrolle zu verlieren und „verrückt“ zu werden.


„Wie fühlt sich das an?“

Ich werde jetzt meine und ebenso individuelle Empfindung einer Panikattacke schildern. Nachfolgend erzähle ich von einer nächtlichen Panikattacke, da diese bei mir einfach viel ausgeprägter und Symptom reicher sind als die tagsüber. Tagsüber kann ich nämlich die Attacke abfangen, nachts aber überrollt sie mich wie eine Dampfwalze, ohne Vorwarnung.

Ich spüre es, wenn eine Panikattacke kommt. Es ist meist wie eine Vorahnung, in die man sich selbst reinsteigert, fast wie auf der Autobahn, wenn man die Autobahnabfahrt nicht rechtzeitig erkennt. Die Angst ist ja eine gerissene Sache und lässt sich nur schwer umwerfen.

Also, ich merke, dass etwas im Kommen ist, die Gründe dafür sind zahlreich, ein kleiner Streit in der Familie, eine Magendarmgrippe im Umlauf, Grummeln im Bauch das mich nervös macht oder aber einfach eine simple Sache, die Periode steht ins Haus.


Nun, die Situation sieht wie folgt aus, ich gehe normal ins Bett und lege mich schlafen. Noch ahne ich nicht, dass ich diese Nacht wieder einige Stunden wach liegen werde.

Es ist nun ca. 03:50 morgens und ich werde durch ein Kloß- und Verwirrtheitsgefühl aus dem Schlaf gerissen. Meine Hände beginnen zu zittern und ich bekomme große Angst mich übergeben zu müssen oder an einer Magendarmgrippe erkrankt zu sein. Ich kann nicht mehr liegen, die Position gibt mir das Gefühl zu ersticken und keine Luft mehr zu bekommen. Dann beginnt mein gesamter Körper zu zittern und ich kann meine Bewegungen nur mehr schwer kontrollieren und ich bin eigentlich wie erstarrt. Mein Atem ist sehr unregelmäßig und zittrig. Bei besonders schlimmen Attacken beginne ich an dieser Stelle zu hyperventilieren und brauche die Hilfe meiner Mutter oder meines Freundes, die mir beim Atmen helfen, damit ich nicht kollabiere. Mir ist kotzübel und mein T-Shirt, ist zu diesem Zeitpunkt durchgeschwitzt, gleichzeitig ist mir aber kalt (Dieses Symptom nennt man auch kalter Schweiß).

Im Hinterkopf habe ich immer nur, „in 20 Minuten ist es vorbei, dann ist es geschafft.“, „Halt noch ein bisschen durch, gleich lässt es nach.“


Ich sage es euch, eigentlich versuche ich alles, die Angst in dem Anfangsmoment nicht überhand bekommen zu lassen. Mittlerweile habe ich, so unangenehm auch jede einzelne sein mag, für mich dennoch entschieden, dass es besser ist, wenn ich sie einfach passieren lasse, dann geht es mir besser, es lässt alles nach.

Früher konnte mich eine einzige Panikattacke dieser Art für mindestens eine Woche ausschalten. Heute habe ich zum Beispiel nachts eine Panikattacke, stehe diese durch, schlafe, nachdem sie abgeklungen ist weiter und stehe morgens auf, als wäre es nicht passiert. Für diesen Erfolg, bedarf es aber lange Zeit der Erfahrung und etliche Therapiesitzungen und Strategien zur Bewältigung solcher Situationen.


Eines möchte ich euch zum Schluss mitgeben. Eine Panikattacke ist unangenehm, einschüchternd und macht einen vor allem unsicher und verletzlich. Dennoch ist man, egal in welcher Lebenslage oder Situation eben gerade in der Angstattacke gefangen. Jeder der also eine Panikattacke durchsteht und wieder aufsteht und weiterkämpft, gibt der Angst keine Chance. Ich gehe heute mit den Panikattacken und stehe nicht Stirn an Stirn mit ihnen. Sie gehören zu mir, noch, aber sie tun es. Ich akzeptiere das sie da sind und gerade dieser Schritt hat mir gezeigt, dass ich mit meiner Angst einfacher umzugehen lerne.


Also, alle Gleichgesinnten, nehmt euch so an wie ihr seid und lebt mit eurer Angst und nicht gegen sie.

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©2020 On my way to Peace of Mind by Sarah Vsetecka

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