17. Eintrag - Enttäuschungen tun weh.

Jeder wird über kurz oder lang einmal enttäuscht. Das tut weh, bringt einen in Emotionslagen, die man nicht in Worte fassen kann, aber wie soll ich damit umgehen? Wie schaffe ich es diese blöden Gefühle von meinem Alltag abzugrenzen?


Ich weiß nicht, ob ihr das schon einmal hattet, ich definitiv ja.

Also, ich bin bei einer Sache zu 100 % überzeugt, vertraue auf das und bin sicher, dass das alles gut ist. Plötzlich aus dem nichts, in einem unerwarteten Moment eben, werde ich, aus unerfindlichen Gründen, so davon erschlagen, dass ich nicht mehr weiß was das eigentlich war.

Ich stelle mir die Fragen: "Habe ich mich von Anfang an getäuscht?", "Ist es alles nur eine nette Vorstellung gewesen, die vielleicht hätte sein können?"


Das sind Fragen, die mir die Situation selbst nicht beantworten kann, dass kann vermutlich keiner. Aber eines bleibt, zu meinem Verzweifeln, in mir zurück, das Gefühl der Enttäuschung und etwas falsch gemacht zu haben. Unglücklich sitze ich da, bin verunsichert und alles scheint so unwahr. Der Magen knurrt zwar, doch der Appetit bleibt aber aus. Denke ich an die Situation, verknotet sich etwas in meinem Hals, zieht hinunter Richtung Herz und verharrt dort wie ein kurzer Stich. Glücklicherweise löst sich dieser Druck meist nach wenigen Sekunden wieder. Dennoch, egal wie, die Mundwinkel wollen einfach nicht oben bleiben.

Warum ich? Warum passiert das mir? Warum kann es nicht so sein wie ich dachte?


Trotz der persönlichen Enttäuschung muss ich dennoch nach außen hin funktionieren. Und verdammt, es ist so schwer diese Mauer aufrechtzuerhalten, wenn man eigentlich schreien, weinen und wüten will. Ich fake mein Lächeln und versuche die Gegenüberstehenden nicht anmerken zu lassen, wie es in mir wirklich aussieht. Ist zwar nicht Sinn der Sache, aber manche Emotionen und Gefühle gehen andere schlicht und ergreifend einen Scheißdreck an.


Es gibt nur wenige Menschen, die es mir sofort anmerken werden (können), wenn etwas nicht stimmt. Das sind vielleicht meine engsten Freunde, mein Partner oder meine Familie. Selten spüren es fremde, aber sehr empathische Menschen. Aber auch wenn ich mich bei diesen wirklich tollen Menschen ausgeredet habe, bleiben manche Dinge, die nicht in Worte zu fassen sind einfach in mir zurück, bleiben gezwungenermaßen mein kleines Geheimnis und tun unterirdisch weiter weh. Das kann mir keiner abnehmen und wird erst mit der Zeit heilen.

Es sind dann Erfahrungen die mich reifer machen, stärker und mich für solch eine Situation zukünftig wappnen werden.


Das ganze Leben wird mich immer wieder mit solchen Situationen überraschen, aber es ist die Art und Weise wie ich damit umgehe, die dann ausschlaggebend ist, was das mit meiner Psyche tut.

Weh tun, wird es immer und auch das Vertrauen in mich selbst mag kurzerhand verschwunden sein, aber ich kann daraus lernen, dass ich anders damit umgehe oder frühzeitiger erkenne, wenn etwas nicht den Wert hat daran weiterzuarbeiten.


Es ist ein Lernprozess der mich mein ganzes Leben lang weiter begleiten wird und der nie aufhören wird. Dennoch tut es gut es einmal niedergeschrieben zu haben, denn es gibt mir das Gefühl, das ich es besser verarbeiten kann. Ich hoffe, ihr findet auch eure Auswege um es euch leichter zu machen.